Fündigkeitsrisiko Tiefengeothermie - Anlage Projektstudie
Stand 02/2009, Bestellnummer 140 752
Mindestanforderungen an die Projektstudie für geothermale Tiefbohrungen in Deutschland, deren Fündigkeitsrisiko über dieses Programm gemindert werden soll
Welche Mindestanforderungen an Inhalt und Qualität der Projektstudie als einen Teil der einzureichenden Antragsunterlagen sind einzuhalten?
Inhalte der Projektstudie:
a) Geologische und seismische Untersuchungen
Erwerb bestehender oder neuer seismischer Linien für das Erlaubnisfeld, Processing / Reprocessing und Interpretation der Seismik durch kompetentes Unternehmen, Untersuchung und Bewertung der geologischen/hydrologischen Verhältnisse, Einbeziehung von Daten aus benachbarten Bohrungen.
Ziel: Identifikation und Bewertung möglicher Zielpunkte.
b) Erstellung eines geologischen Modells (statisches Modell)
Umsetzung der seismischen, geologischen Daten sowie Bohrungsdaten in ein 3-D Modell zur Simulation des (thermischen) Fließverhaltens und Bestätigung der Kapazität der Bohrungen. Quantitative Überlegungen zum Abstand der Bohrungen sollten dargestellt werden. Das Modell ist vor dem Hintergrund gewonnener Erkenntnisse aus Bohrungen und Bohrtests während der Bohrphase laufend anzupassen.
Ziel: Einschätzung des kurz- und langfristigen Verhaltens der Bohrungen.
c) Referenzdaten von benachbarten Bohrungen mit detaillierten Vergleichswerten soweit möglich
Vorstellung von benachbarten Bohrungen (siehe auch a)) mit gemessenen Daten zu Temperatur und Testergebnissen, die für den Zielhorizont relevant sind. Beschreibung der in den jeweiligen Bohrungen durchgeführten Stimulationsmaßnahmen sowie der Testparameter (Förderstrangdurchmesser, Fließrate, Druck, Temperatur, Zeitverhalten, Pumpengröße etc.).
Ziel: Bestätigung der Förderraten.
d) Erstellung eines detaillierten Bohrprogramms mit Stimulationsmaßnahmen inklusive Zeit- und Kostenplan
Das Bohrprogramm soll anhand der bestehenden Industriestandards erstellt werden mit Vorgaben zu Technik und Material, die verwendet werden sollen. Kritische Zonen sollen adressiert werden und im Bohrprogramm berücksichtigt werden. Außerdem sollen für mögliche Unsicherheiten bzw. technische Probleme Kostenreserven eingeplant werden. Das Casingdesign soll auch unter Berücksichtigung möglicher technischer Probleme der Anforderung an die Leistung der Bohrungen entsprechen. Kosten sollen für die jeweiligen Punkte vorgelegt werden.
Sämtliche möglichen Stimulationsmaßnahmen zur Verbesserung des Zuflussverhaltens (Erhöhung der Produktivität) der Bohrungen sollen vorgestellt und kostentechnisch bewertet werden. Die erste Säuberungssäuerung ist nicht den Stimulationsmaßnahmen, sondern den Bohrkosten zuzurechnen.
Ziel: Bohrprogramm einschließlich Stimulationsmaßnahmen mit Kosten, die die Grundlage für die Festlegung des Darlehensumfangs bilden.
e) Beschreibung des Förderstrangs und der technischen Förderhilfsmittel
Der für die Bohrung vorgesehene Förderstrang und die Förderpumpen sollen mit Kenndaten vorgestellt werden. Referenzen zu Pumpen in anderen Geothermieprojekten.
Ziel: Bestätigung, dass die vorgesehene Komplettierung und Pumpen (langfristig) die technischen Anforderungen und die angestrebte Förderleistung erbringen können.
f) Bewertung der möglichen Beeinflussung durch Nachbarfelder
Eine mögliche Beeinflussung der geplanten Bohrungen durch Bohrungen in bestehenden oder geplanten Nachbarkonzessionen ist zu untersuchen.
Ziel: Bestätigung, dass die vorgesehenen Bohrungen ohne Beeinträchtigung von/durch Nachbarbohrungen betrieben werden können.