Pressemitteilung vom 10.06.2022 / KfW, KfW Entwicklungsbank

KfW und Verein für Socialpolitik verleihen Nachwuchsförderpreis für Entwicklungsforschung

  • 13. Preisverleihung für wissenschaftliche Exzellenz und Praxisrelevanz
  • Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis wichtig für stetige Verbesserung

Die KfW Entwicklungsbank und der entwicklungsökonomische Ausschuss des Vereins für Socialpolitik haben im Rahmen der Jahreskonferenz des Ausschusses in Hohenheim den Förderpreis für exzellente und praxisrelevante Entwicklungsforschung zum dreizehnten Mal verliehen. Ausgezeichnet werden drei Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, deren Doktorarbeiten fachliche Exzellenz und Praxisrelevanz auf herausragende Art vereinen.

“Die Forschung liefert wichtige Erkenntnisse, die uns helfen, unsere Vorhaben und Ansätze stetig weiterzuentwickeln und noch wirkungsvoller zu gestalten. Mit dem Förderpreis wollen wir den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis stärken und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre exzellenten Forschungsleistungen honorieren“, sagt Christiane Laibach, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

„Der Nachwuchsförderpreis der KfW für exzellente praxisrelevante Entwicklungsforschung hat sich über die Jahre zu einem sehr renommierten und begehrten Preis innerhalb der Entwicklungsforschung entwickelt. Der Preis ist zum einen Wertschätzung exzellenter wissenschaftlicher Arbeit für die Preisträgerinnen und Preisträger selbst, zum anderen verschafft er der gesamten Entwicklungsforschung mehr Sichtbarkeit innerhalb der entwicklungspolitischen Praxis. Wir sind der KfW Entwicklungsbank sehr dankbar für diese Unterstützung“, sagt Prof. Dr. Michael Grimm, Vorsitzender des Entwicklungsökonomischen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik.

Der erste Preis geht in diesem Jahr an Dr. Gerrit Johannes Gonschorek für seine an der Universität Freiburg eingereichte Arbeit zur Dezentralisierungspolitik in Indonesien und zur Rolle politökonomischer Motive beim Transfer von Staatseinnahmen von zentralstaatlicher Ebene auf niedrigere Verwaltungsebenen. Die Ergebnisse sind von unmittelbarer Relevanz für die indonesische Politik und liefern darüber hinaus wertvolle Erkenntnisse für die Ausgestaltung staatlicher Transfermechanismen in jungen, wirtschaftlich dynamischen Demokratien.

Die Zweitplatzierte Dr. Pallavi Rajkhowa belegt in Ihrer an der Universität Bonn entstandenen Dissertation die vielfältigen entwicklungspolitischen Potenziale der Digitalisierung in Indien. Sie untersucht die Wirksamkeit personalisierter digitaler Beratungsdienstleistungen für Kleinbauern und zeigt, dass diese zu erheblichen Ertragssteigerungen und einer Produktionsdiversifizierung führen. Ihre Ergebnisse legen zudem nahe, dass der Zugang zu Mobiltelefonen die Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft verbessert und zugleich die Gleichberechtigung der Geschlechter befördern kann.

Den dritten Preis erhält Carsten Mildner von der Universität Bayreuth für seine ethnographische Arbeit zu Gehörlosigkeiten in Benin, Westafrika. Mit seiner Arbeit nimmt Mildner ein Thema in den Blick, dass trotz seiner hohen Relevanz bislang nur wenig Beachtung in Forschung und (Entwicklungs-)Politik findet. Gehörlosigkeit betrifft im globalen Süden vielfach Menschen, die kaum Zugang zu Formen der institutionellen Unterstützung oder sozialen Absicherung haben. Mildner zeichnet die Vielfalt der Gemeinschaften und Lebenswege gehörloser Menschen in Benin nach, analysiert die Ambivalenzen zwischen Zugehörigkeit und Ausgrenzung, in denen sie sich oftmals wiederfinden, und widerspricht dabei dem vereinfachenden Bild der Gehörlosen als homogene Gruppe.

Weitere Informationen zum Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank finden Sie unter:
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