Um Deutschland zukunftsfest zu machen, sind Investitionen in einem enormen Umfang erforderlich. Diese können nicht allein aus Haushaltsmitteln getragen werden. Die KfW ist deshalb mehr denn je gefordert, und dies auf zweierlei Weise:
Zum einen erhöhen wir die Attraktivität unserer Förderung. Neben den Mitteln, die uns der Bund für Zinsvergünstigungen und Zuschüsse bereitstellt, verbessern wir mit eigenen Mitteln die Konditionen unserer Förderangebote. So haben wir im Jahr 2024 504 Mio. EUR aus eigenen Mitteln eingesetzt, vor allem, um die Zinsen in unseren Kreditprodukten weiter zu senken. Dies ist der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren. Auch im Jahr 2025 planen wir, diesen sogenannten Förderaufwand mindestens in dieser Größenordnung beizubehalten.
Zum anderen intensivieren wir unser Engagement für die Stärkung des Kapitalmarkts und die Mobilisierung von privatem Kapital. Die im Juli 2024 unter unserer Federführung erstmals durchgeführte Capital Markets Conference on Energy Transition for Germany (CMCET) war der Startschuss für den vertieften Dialog von Politik und internationalen Investoren zur Finanzierung einer nachhaltigen Energie-Infrastruktur. Nur wenige Wochen später ist mit dem Start der von der KfW koordinierten WIN-Initiative ein Durchbruch bei der Mobilisierung von privatem Kapital für das Ökosystem für Wachstumskapital gelungen. Nicht zuletzt unterstützen wir die Initiative der deutschen Finanzwirtschaft zur Wiederbelebung des europäischen Verbriefungsmarkts – eines wichtigen weiteren Bausteins für die Mobilisierung von privatem Kapital.
Klimaschutz bleibt zentrale Verpflichtung
Als Bank aus Verantwortung bekennt sich die KfW weiter zum Schutz des Klimas und den damit verbundenen internationalen und nationalen Zielen. Klimaschutz ist nicht nur eine Verpflichtung gegenüber nachfolgenden Generationen, sondern auch ein wichtiges Instrument für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Seit 2017 haben wir rund 350 Mrd. EUR für Klima- und Umweltschutzfinanzierungen zugesagt. Allein im Jahr 2024 entfielen hierauf rund 30 Mrd. EUR der gesamten KfW-Zusagen.
Inländisches Fördergeschäft geprägt von privaten Investitionen in den nachhaltigen Wandel
Das inländische Fördergeschäft verzeichnete im Jahr 2024 ein leichtes Wachstum auf 79 Mrd. EUR. Treiber des Wachstums war vor allem das Neugeschäft in der Gebäudeförderung für private, kommunale und gewerbliche Kunden, das um 15,9 % auf 23,7 Mrd. EUR gestiegen ist. Im Segment Private Kunden lag das Volumen mit 22,4 Mrd. EUR deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Den Schwerpunkt bildete hier die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Dieses Ergebnis macht deutlich: Viele private Haushalte ziehen bei der Transformation mit.
Im Segment Mittelstandsbank ging das Geschäftsvolumen hingegen deutlich auf 13,4 Mrd. EUR zurück. Die wesentlichen Faktoren hierfür waren ein schwaches konjunkturelles Umfeld und eine ausgeprägte Investitionszurückhaltung der Unternehmen, ein insgesamt hohes Zinsniveau sowie beihilferechtliche Vorgaben, die die Möglichkeiten der KfW bei der Konditionengestaltung begrenzten.
Daneben hat die KfW Zuweisungsgeschäfte im direkten Auftrag des Bundes im Volumen von 33,2 Mrd. EUR durchgeführt. Dies entspricht einem Anteil von 42 % am gesamten inländischen Neugeschäft. Im Unterschied zu den Vorjahren hat sich dabei der Schwerpunkt von der Krisenhilfe hin zur Finanzierung wichtiger Infrastrukturvorhaben bei der nachhaltigen Transformation verschoben. Mit 24 Mrd. EUR hatte die Zusage für den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes den größten Umfang. Für eine Anschlussfinanzierung zur Sicherung der Energieversorgung in Deutschland hat die KfW 8,5 Mrd. EUR zugesagt.
Internationales Engagement zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland
Die KfW ist mit ihren Geschäftsbereichen KfW IPEX-Bank, DEG und KfW Entwicklungsbank global engagiert. Die KfW verfügt damit über eine einmalige strategische Aufstellung, um die deutsche Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz zu stärken. Die KfW steht weltweit an der Seite großer deutscher Industrieunternehmen, dem deutschen Mittelstand und vertritt deutsche Interessen gegenüber Regierungen und Partnern, mit denen sie jahrzehntelang zusammenarbeitet. Dabei liegt der Fokus weiterhin stark auf der Transformation der Wirtschaft sowie dem Bereich Energie und Klima. Insgesamt haben die Auslandsbereiche der KfW ein Neugeschäft von 34,2 Mrd. EUR erzielt.
Die KfW IPEX-Bank, die das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung verantwortet, bewegt sich mit Neuzusagen von 23,9 Mrd. EUR in etwa auf dem Niveau des Rekordvolumens des Vorjahres von 24,2 Mrd. EUR. Die Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer insgesamt erreichte ein Zusagevolumen in Höhe von 10,3 Mrd. EUR (2023: 10,9 Mrd. EUR). Auf die KfW Entwicklungsbank entfielen knapp 7,8 Mrd. EUR (2023: 9,0 Mrd. EUR). Die KfW-Tochter DEG als Partnerin privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern konnte ihr Rekordvolumen des Vorjahres noch einmal deutlich steigern. Sie setzte für private Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern unter global fordernden Bedingungen 2,5 Mrd. EUR aus Eigenmitteln ein (2023: 1,9 Mrd. EUR). Zusätzlich mobilisierte sie 583 Mio. EUR an privaten Mitteln.
KfW Capital stärkt VC-Ökosystem in Deutschland
Die Zusagen des Geschäftsfelds KfW Capital beliefen sich im Jahr 2024 auf 1,6 Mrd. EUR (2023: 2,1 Mrd. EUR). Der Rückgang gegenüber 2023 resultiert unter anderem aus dem weniger intensiven Zusageverhalten des Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen der Wachstumsfazilität als Baustein des Zukunftsfonds, der über KfW Capital abgewickelt wird. KfW Capital hat inzwischen in 132 VC-Fonds mit 2,5 Mrd. EUR investiert und hat damit mittelbar 2.400 Start-ups mitfinanziert. VC-Fonds investieren durchschnittlich knapp das Vierfache des von KfW Capital eingebrachten Kapitals in Start-ups und innovative Unternehmen in Deutschland. KfW Capital leistet damit einen starken Beitrag zum Innovationsstandort Deutschland.
Konzerngewinn deutlich über den Erwartungen
Die Ertragslage des KfW-Konzerns zeigte sich 2024 vor dem Hintergrund des unverändert herausfordernden geopolitischen und makroökonomischen Umfelds zufriedenstellend und liegt mit einem Konzerngewinn in Höhe von 1,4 Mrd. EUR deutlich über den Erwartungen. Geprägt wurde die Ertragslage vor allem durch das sehr starke operative Ergebnis, das so den mit 504 Mio. EUR höchsten Förderaufwand der letzten zehn Jahre ermöglichte.
Risikotragfähigkeit weiterhin auf sehr hohem Niveau
Die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten lagen zum Jahresende 2024 mit einer Gesamtkapitalquote von 30,3 % und einer (harten) Kernkapitalquote von 30,2 % weiterhin auf einem sehr guten Niveau und deutlich über den regulatorischen Gesamtanforderungen. Im Jahresvergleich stieg die Quote um rund 2,4 Prozentpunkte aufgrund einer Reduzierung des Gesamtrisikobetrages als auch einer Erhöhung der regulatorischen Eigenmittel im Vergleich zum Vorjahr (31.12.2023: Gesamtkapital- und [harte] Kernkapitalquote 27,9 %). Für das Jahr 2025 werden trotz des kapitalintensiveren CRR-III-Regelwerks weiterhin Kapitalquoten auf hohem Niveau erwartet.
Die geschäftspolitischen Schwerpunkte im Jahr 2025
Angesichts der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich Deutschland gegenübersieht, setzen wir für das Jahr 2025 drei Schwerpunkte:
- Wir verstärken unseren Fokus auf den Wirtschaftsstandort Deutschland und werden unsere Aktivitäten noch genauer daraufhin prüfen, ob sie die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken.
- Als Bank aus Verantwortung bekennen wir uns zum Klimaschutz als zentrale Aufgabe. Er ist nicht nur eine Verpflichtung gegenüber nachfolgenden Generationen, sondern auch ein wichtiges Instrument für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.
- Wir stehen verlässlich an der Seite unserer Kunden und Partner und werden unsere Rolle als Partnerin der Bundesregierung wirkungsvoll ausfüllen.
Die Rolle der KfW entwickelt sich weiter
Die Erfahrungen des vergangenen Jahres haben uns gezeigt: Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und die Finanzierung des nachhaltigen Wandels erfordern von der KfW ein neues Rollenverständnis. Es geht um mehr als darum, Geld bereitzustellen.
Was uns auszeichnet, ist eine einzigartige Position: eine enge und stabile Vernetzung mit der Politik, unseren nationalen und internationalen Finanzierungspartnern, den Unternehmen und ihren Verbänden, Kommunen sowie Verbrauchern und nicht zuletzt mit den globalen Finanzmärkten. Hierbei kommt uns eine erweiterte Rolle zu als Ratgeberin bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen, als Ermöglicherin von bedarfsgerechten Lösungen und nicht zuletzt als Impulsgeberin für neue Initiativen.
Um diese Rolle in einer von großen Herausforderungen, globalen Konflikten und tiefgreifenden Umbrüchen geprägten Zeit als „Bank aus Verantwortung“ auszufüllen, hilft immer wieder die Besinnung auf unsere Wurzeln. Sie liegen in der sozialen Marktwirtschaft, im europäischen Einigungsprozess und im Einstehen für eine regelbasierte Weltordnung. Sie werden uns auch in den vor uns liegenden Jahren Halt und Orientierung geben.
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