Wie sich die KfW auf dem afrikanischen Kontinent engagiert
Afrika birgt große Potenziale: Ressourcenreichtum, kulturelle Vielfalt, Unternehmergeist und Innovationskraft. Etwa die Hälfte der 20 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften befindet sich in Afrika. 2035 wird der Kontinent das größte Arbeitskräfteangebot weltweit haben. Es ist eine enorme Herausforderung, dieses Potenzial der stark wachsenden Bevölkerung zu nutzen – bis 2050 wird sie sich auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Jeder vierte Erdbewohner wird Afrikaner sein. Hier wachsen die globalen Märkte, die Beschäftigten und Kunden der Zukunft heran. Gerade die Entwicklung der Infrastruktur boomt in Afrika im Allgemeinen und in Ostafrika im Besonderen, wo ein Wachstum von 5,1 % im Jahr 2024 und 5,7 % im Jahr 2025 erwartet wird (gegenüber 3,5 % im Jahr 2023)(Quelle: East Africa | African Development Bank Group (afdb.org))
Infrastruktur als Motor für Entwicklung

Als Bank aus Verantwortung engagiert sich die KfW bereits seit Anfang der 1960er Jahre mit gezielten Investitionen in Infrastruktur, Bildung und soziale Projekte auf dem afrikanischen Kontinent. Heute leistet sie so über die KfW Entwicklungsbank und die beiden Konzerntöchter KfW IPEX-Bank sowie DEG Invest einen wichtigen Beitrag zur
- wirtschaftlichen Entwicklung,
- Armutsbekämpfung,
- Förderung einer nachhaltigen und stabilen Gesellschaft.
Die KfW finanziert und berät private, lokale und deutsche Unternehmen, die sich in Afrika betätigen oder betätigen wollen. Sie unterstützt deutsche und europäische Unternehmen durch maßgeschneiderte Exportfinanzierungen. So fördert sie nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung in den Partnerländern, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.
Strategische Partnerschaften von herausragender Bedeutung
In diesem Zusammenhang haben die strategischen Partnerschaften eine herausragende Bedeutung. In Kooperation mit den Partnerregierungen unterstützt die KfW den Bau von Schulen und Straßen, Krankenhäusern, Kläranlagen und Wasserversorgungssystemen sowie Programme zur KMU-Förderung wie das Förderprogramm für Grünen Wasserstoff in Südafrika oder die Wasserstoffpartnerschaft mit Marokko. Ziel ist es, den weltweiten, sozial gerechten Übergang zu einer klimaneutralen und resilienten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung zu fördern.
Trotz sichtbarer Erfolge sind viele afrikanische Länder fragil. Es kommt zu ethnischen Konflikten, kriegerischen Auseinandersetzungen und Fluchtbewegungen. In diesen Kontexten kooperiert die KfW mit UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, um Binnenflüchtlinge zu versorgen und ihnen Ausbildung sowie Arbeitsplätze zu bieten.
Unterstützung für Unternehmen und Exportfinanzierungen
Arbeitsplätze entstehen auch bei privaten Unternehmen, die die KfW-Tochter DEG finanziert und berät. Neben lokalen Unternehmen zählen zunehmend deutsche Unternehmen dazu, die sich in Afrika betätigen oder betätigen wollen. Ziel dieses Engagements ist es, unternehmerische Initiative voran zu bringen und Perspektiven für die Menschen vor Ort zu schaffen. Ende 2024 machten Finanzierungen für Unternehmen in Afrika/MENA (Middle East and North Africa/Nahost und Nordafrika) mit drei Milliarden Euro knapp 27 % des DEG-Portfolios aus. Von den 2024 neu zugesagten Eigenmittelfinanzierungen waren rund 609 Millionen Euro – und damit ein Viertel – für Afrika/MENA bestimmt. Dort investiert die DEG sowohl in private Infrastruktur wie Erneuerbare-Energien-Vorhaben als auch in lokale Banken – um vor Ort kleine und mittlere Unternehmen zu finanzieren – sowie in Unternehmen im Agrarsektor oder verarbeitenden Gewerbe.
Bei der Mobilisierung privaten Kapitals spielt inzwischen auch die KfW Entwicklungsbank eine immer größere Rolle. Zur Förderung des Privatsektorengagements finanziert sie in Fonds auf dem afrikanischen Kontinent. Derzeit ist die KfW mit 4,6 Milliarden Euro an 67 Fonds in verschiedenen Sektoren beteiligt. Afrika hat mit 33 % (vier von 12 Milliarden Euro) den größten Anteil am Impact-Fonds-Gesamtportfolio. Dabei handelt es sich um eine nachhaltige Anlagemöglichkeit, die sowohl auf finanzielle Rendite als auch ökologische, wirtschaftliche und soziale Wirkung abzielt.
Insgesamt wurden über die KfW Entwicklungsbank im Jahr 2024 – in der Regel im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – für Vorhaben in Afrika 2,6 Milliarden Euro zugesagt. Davon gute eine Milliarde Euro für soziale Infrastruktur und Dienste wie Ernährungssicherung, Gesundheit, Wasser, Bildung sowie 952 Millionen Euro für wirtschaftliche Infrastruktur und Dienste wie Energie und Umweltvorhaben.
Über zwei Milliarden Euro beträgt aktuell das Kreditportfolio der KfW IPEX-Bank in Afrika, wobei sich ein Großteil auf die wirtschaftlich starken und großen Länder des Kontinents, insbesondere Ägypten, Südafrika und Nigeria, konzentriert. Aufgabe der KfW-Tochter ist dabei primär die Unterstützung deutscher und europäischer Unternehmen durch Exportfinanzierungen. Dies fördert nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung in den Partnerländern, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Diese profitieren von maßgeschneiderten Finanzierungen für ihre Auftragnehmer, wobei die KfW IPEX-Bank ihre große Erfahrung mit Export-Agency-Credit-gedeckten Finanzierungen zum Vorteil europäischer Produzenten und afrikanischer Abnehmer einbringen kann. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Mobilitätsinfrastruktur, Erneuerbare Energien inkl. Grünem Wasserstoff und dem Geschäft mit Banken vor Ort.
Projektbeispiele
Weiterführende Informationen
Stand: 28. Januar 2025
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